Was für ein Sommer! Oder: warum es nur eine wirklich wichtige Frage gibt

Was für ein Sommer!
Wir hier im Norden sind alle ein bisschen irritiert: sollten wir wirklich dauerhaft, also über Wochen schönes Wetter haben?
Wir können es gar nicht fassen und es ist beeindruckend, wie die Stimmung steigt!
Mir gefällt am besten, dass ich nicht bei jedem Sonnenstrahl rausrenne aus Sorge, dass ich sonst den Sommer verpasst habe. An manchen Tagen ist es fast ein bisschen viel dieser trockenen Hitze.

Jetzt darf es gerne hier bei uns etwas regnen, daran fehlt es wirklich und die Natur leidet entsprechend. In anderen Regionen gab es dafür zeitweise Regen im Übermaß.
Das Motto „Alles in Maßen!“ ist ja irgendwie –  in der Natur und auch in anderen Lebensbereichen – komplett verloren gegangen.
Was ist das für eine Zeit, in der sich überall Extreme zeigen?
Wohin ich schaue, es gibt nur: ganz oder gar nicht, Freund oder Todfeind,
Weltuntergang oder Null Problemo, Weltmeister oder Loser.

Eine komische Energie um uns herum und vielleicht auch in uns.
Was kann der Grund für diese Stimmung, diese Energie sein, die so bereitwillig alles besonders Extreme aufnimmt, ja fast schon fördert und sei es noch so durchgeknallt.

Wir leben in einer Zeit, in der nichts mehr verheimlicht, übersehen oder verleugnet werden kann.
Alle Emotionen und Gedanken, vergangene und verdrängte Erfahrungen, unterdrückte Wahrheiten
– egal ob persönlich, systemisch oder kollektiv -, Schmerzen und Verletzungen, die wir nicht wahr haben wollen, die wir bewältigt glaubten und die aber doch noch da sind…all das bahnt sich seinen Weg an die Oberfläche.

An die Oberfläche der Gesellschaft, unserer Seele, unseres Lebens, unseres Planeten.
Die Zeit, in der wir diese Dinge „unter dem Deckel halten können“ ist endgültig vorbei.
Das gilt für Donald Trump und die amerikanische Gesellschaft, für Putin, für Parteien mit und ohne “C” im Namen, Vulkane und Meeresböden, kriegerische Auseinandersetzungen im arabischen Raum,
innergesellschaftliche Auseinandersetzungen und natürlich und vor allen Dingen: das gilt für uns selbst.

So sehr wir auch versuchen mögen, so weiter zu leben wie bisher: es wird nicht funktionieren.
Wir werden uns unseren Themen stellen müssen, auch und ganz besonders denen, die dunkel sind und die wir an uns so gar nicht mögen.
Wir müssen uns sozusagen “den Trump in uns!” anschauen. Oder wenn es Ihnen besser gefällt: unseren inneren Vulkan.

Es ist nicht wichtig, wie wir das machen.
Meine Botschaft ist nicht: „Kommen Sie zu mir in ein Seminar, zu einem Termin, dann wird alles gut. Ich bin die, die den Weg weiß!“
Mein Angebot umfasst natürlich verschiedene Wege, die dieses „sich stellen“ möglich und erträglich machen.
Wege, von denen ich überzeugt bin, sonst würde ich sie nicht anbieten.
Und natürlich freue ich mich, wenn Sie diese Wege kennen lernen und nutzen möchten.

Aber vielleicht wollen Sie nicht mich und vielleicht wollen Sie gar keine Hilfe von außen.
Das alles ist gut. Schließlich ist es Ihr Weg.  

Aber was soll denn dann die Richtschnur sein, der Kompass, der Maßstab, an dem ich mich orientiere in dieser maßlosen, wirren Zeit?

Für mich gibt es nach alle den Jahren nur eine Antwort: das Licht.
Fühlt sich was ich mache hell und licht an?
Macht es mich frei oder engt es mich ein?
Lässt es mich wachsen oder macht es mich klein?

Da kann und wird es durchaus Momente und Erlebnisse geben, die unangenehm und angstbesetzt sind.
Alte Muster, alte Gefühle, alte Gewohnheiten…die gehen nicht unbedingt freiwillig und freudig.
Neue Wege erfordern Mut!
Aber wenn wir uns die Mühe machen, hinter diese Angst zu spüren, dann werden wir die Antwort wahrnehmen und werden wissen, ob es in uns heller wird oder dunkler.
Und wenn wir am Horizont das Licht sehen…dann ist es der richtige Weg.

Alles, was mir in letzter Zeit begegnet, betrachte ich unter diesem Aspekt, es ist meine einzige Messlatte:
alle persönlichen Begegnungen, meine Entscheidungen, Fragen, die mir gestellt werden und die ich mir stelle, Reden und Statements, die ich höre und lese, alle Pläne, die ich schmiede, alles was mich bewegt, freut oder traurig macht.

Ich stelle mir immer wieder diese eine Frage: dient es dem Licht in mir.
Wird es heller oder dunkler.
Im Grunde ist es ganz einfach.

Mit der Zeit wird das Bild wird klarer, die dunklen Phasen kürzer, der Weg leichter.
Und dann…mache ich den nächsten Schritt.  

30. Juli 2018|