Die neue Datenschutzgrundverordnung oder Warum Vertrauen ein Alltagsthema ist!

Auch wenn wir nur privat und sporadisch im Internet aktiv sind: Datenschutz und entsprechende gesetzliche Regelungen gehen uns alle an. Und egal ob wir uns nun aus beruflich Gründen mit der gesetzeskonformen Speicherung von Daten befassen müssen, es war schlicht nicht möglich, das Inkrafttreten der neuen EU-weit gültige DSGVO im letzten Monat nicht mitzubekommen.
In diesem Blog werde ich mich nicht mit Sinn und Unsinn dieser Regelung beschäftigen. Natürlich möchte niemand von uns, dass seine Daten planlos und ohne unser Wissen gespeichert und verkauft werden. Und wenn dieses Gesetz die großen Fische dazu bringt, transparenter und weniger unkontrolliert mit unseren Daten umzugehen, kann man es nur begrüßen.
Ich will also nicht irgendwie grundsätzlich über die Inhalte sprechen, es wäre mir auch gar nicht möglich. Fachleute streiten sich intensiv über die Bedeutung der einzelnen Vorgaben, wie sie umzusetzen und zu verstehen sind. Für uns betroffene „kleine“ Selbständige ist das ein Problem, aber das muss Sie als Leser und Kunde nicht interessieren.
Wir alle, meine sogenannten Mitbewerber und ich, sind nun also auf unterschiedlichste Weise vorgegangen, um die geforderten Dinge umzusetzen: Website-Texte wurden verändert und ergänzt, Listen umgestaltet, Mails verschickt.
Und ich kenne kaum jemanden, der dabei komplett entspannt war. Und ich weiß, dass viele Menschen – so wie ich auch – so eine Art Aufräumen im Posteingangskorb vornehmen. Ich habe mich in den letzten 4 Wochen sicher von 10 NL verabschiedet.
Mein Newsletter geht an rd. 200 Menschen, die mir im Laufe von 6 Jahren ihr Interesse mitgeteilt haben und die auch immer noch im Verteiler sind. Mir ist klar, dass nicht all diese 200 Menschen, die ich da regelmäßig anschreibe, den NL auch lesen. Man trägt sich ja schon mal auf einer NL-Liste ein und ist dann doch nicht wirklich interessiert. Oder die Interessen ändern sich. Es werden einfach zu viele Mails, die man so bekommt. Manche lesen den NL nur ab und zu, ich habe ja auch nicht immer Lust und Zeit, alles zu lesen, was da so kommt und was ich mal haben wollte und so interessant fand.
Das hat ja alles noch nichts mit mir zu tun. Oder meiner Arbeit an sich. Das hat einfach damit zu tun, dass das Leben sich nun mal bewegt und ändert.
Ich weiß das. Mein Kopf weiß das. Die Logik und der normale Menschenverstand sagen mir das.
Wo ist das Problem? Wieso habe ich die Sorge und bin unruhig, dass sich viele abmelden in dieser Welle der Bereinigung. Es würde mir doch mitteilen, wer es denn nun „ernst“ meint und wirklich in „mein Feld“ gehört?
Und wieso habe ich trotz so vieler anders lautender Berichte Sorge, dass ich doch nicht alles richtig mache, etwas übersehe, mich Anwälte mit Abmahnungen überziehen und hohe Schadensersatzansprüche geltend machen.
Ich war nervös. Aufgeregt. Da halfen mir all mein Kopf und all mein Menschenverstand nicht.
Das Thema hat mir viel Energie geraubt, die ich lieber anders genutzt hätte. Besser gesagt: ich habe sie mir rauben lassen.

Was für ein Quatsch.
Ich spüre selber, dass meine subjektive wahrgenommene und die objektiv vorhandene „Bedrohung“ in keinem Verhältnis zueinander stehen. Dass ich innerlich völlig hysterisch und überzogen reagiert habe.
Vertrauen.
Das Zauberwort heißt „Vertrauen!“
Hier und jetzt im Alltag. Nicht nur auf der „gehobenen“ spirituellen Ebene, nicht nur im Sinne
von „dass am Ende alles gut wird und wenn es noch nicht gut ist, dass es dann nicht das Ende ist.“
Das ist natürlich eine wunderbare innere Haltung, die richtig ist und uns stützt. Und die genau genommen der Schlüssel zu allem ist.
Aber sie ist auch häufig weit weg, nicht so ganz angebunden an unser Alltagsleben. Sie ist häufig nicht integriert, findet nur in ganz speziellen, stilleren Momenten statt. Wenn wir gut drauf sind.

Aber es kommt ja nun mal immer wieder vor, dass Dinge geschehen, die uns unruhig, konfus und hilflos werden lassen. Die uns ein Gefühl vermitteln, ausgeliefert zu sein, bedroht und wehrlos.
Gerade wenn die Bedrohung von staatlicher Seite kommt, von Repräsentanten der Rechtsprechung
– weltlich oder kirchlich, als Einzelperson oder als Kollektiv – kommt dieses Gefühl von ganz unten in uns hoch.
Ich glaube an Reinkarnation. Ich glaube, dass die meisten von uns wirklich diesen Mächten mehr als einmal ausgeliefert waren, daran tatsächlich zu Grunde gegangen sind und diese Muster noch in sich tragen.
Und wir waren sicher auch mehr als einmal Teil dieser Mächte, die da erbarmungslos zugeschlagen haben. Auch diese Muster tragen wir noch in uns.
„Vor Gericht und auf hoher See bist du in Gottes Hand!“
Was heißt das?
Das heißt einmal: es ist Nichts berechenbar, die Regeln nach denen sich das Leben abspielt, entziehen sich unserem Verständnis und unserem Einfluss, es folgt keiner Logik. Das sind die Muster.
Aber es heißt auch: „Vertraue!“ Vertrauen ist die einzig mögliche Antwort.
Nur wenn wir auch in solchen Momenten ins Vertrauen gehen, können wir diese Muster auflösen. Wenn wir uns bewusst dafür entscheiden, nicht in Angst und Hysterie zu erstarren, sondern so gut wir es können unsere Dinge regeln und die Begegnung mit der Außenwelt einfach abzuwarten.
Ja, Vertrauen ist eine Entscheidung!
Auch und gerade im Alltag und eben nicht nur während der 20minütigen Meditation oder beim Mantra-Singen. Sondern auch wenn uns so wunderbare Dinge wie die DSGVO begegnen, unsere Familie nicht wertschätzt, was wir leisten, Menschen von früher uns plötzlich nicht mehr kennen wollen, das Finanzamt völlig wirre Ideen hat und uns das Gefühl vermittelt, für die Katz gearbeitet zu haben. Wenn Schmerzen nicht gehen wollen, Termine, auf die wir uns gefreut haben, platzen und wenn wir uns ganz einfach überfordert und einsam fühlen.

Vertrauen darauf, dass wir im Laufe unseres Lebens (unserer Leben?) genug gelernt und erfahren haben, um weiter zu machen, dass es Hilfe gibt und Licht, Freunde, Geliebte und Vertraute.
Ins Vertrauen gehen!
Es ist wirklich ein Schritt, ruhig auch ein körperlicher in dies Feld hinein, symbolhaft, das hilft!
Es ist eine Entscheidung, ein laut ausgesprochenes „Ja, ich mache diesen Schritt, ich vertraue“.
Denn: Vertrauen heißt nicht, keine Angst zu haben – Vertrauen heißt, weiter zu gehen, obwohl da Angst ist.
Jeden Tag und immer wieder.
Dann können wir mehr und mehr spüren, dass wir niemals tiefer fallen können, als in Gottes Hand.

12. Juni 2018|